Dorferneuerung Rieden Arbeitskreis II
Nutzung gemeindlicher Gebäude und Freiflächen
Protokoll vom: 28.01.2004
Beginn: 19.00 Uhr
Ende: 21.45 Uhr
Ort: Gemeindehaus in Rieden
Leiter: Oliver Rumpel
Anwesende:
Heppt Roland, Kaiser Maria, Keller Albert, Keller Gerhard, Köchel Edwin, Pfeuffer Willi, Reuß Norbert, Römert Peter, Rumpel Norbert, Rumpel Oliver, Rüth Hans-Georg, Stark Harald,
Der Leiter des Arbeitskreis Oliver Rumpel begrüßt die Teilnehmer und eröffnet die Sitzung.
Tagesordnung
1. Diskussion über das historische Rathaus.
2. Welche Raumbedürfnisse bestehen in Rieden und in welchen Gebäuden können diese verwirklicht werden ?
3. Aktionsplan.
Top 1 -
Diskussion über das historische Rathaus.Maria Kaiser, Hans- Georg Rüth und Norbert Reuß geben einen Überblick über die bisherigen Initiativen des Heimat und Kulturvereins Rieden, die bestehenden Bestandsaufnahmen und Nutzungskonzepte und die bisherigen Verhandlungen mit dem Eigentümer Helmut Feser.
Helmut Feser erwarb das Anwesen 1972 von der Gemeinde Rieden für 6000,-- DM. Ihm entstanden im Laufe der Zeit weitere Kosten durch das Legen eines elektrischen Anschlusses und Sicherungsmaßnahmen baulicher Art die einen weiteren Verfall des Gebäudes verhindern sollten. Des weiteren nahm er für das Erstellen eines Gutachtens für das Bayer. Landeamt für Denkmalpflege nur den Zuschuß des Landesamts in Anspruch. Die von Ihm geplante Nutzung des Gebäudes als Architekturbüro fand nie statt.
Aktivitäten des Heimat und Kulturvereins Rieden zum Erwerb des Gebäudes scheiterten an den zu weit auseinander liegenden Preisvorstellungen und den Kosten für Kaufpreis und Instandsetzung, die die finanziellen Möglichkeiten des Vereins überstiegen hätten.
Eine Bestandsaufnahme über den baulichen Zustand und die verschiedenen Umbauphasen liegen vor in der Diplomarbeit von Helmut Feser und dem Gutachten, das ebenfalls von Helmut Feser im Auftrag des Bayer. Landesamts für Denkmalpflege erstellt wurde.
Dieses Gutachten stuft das Historische Rathaus als baufällig, aber sanierungsfähig ein. Die Kosten werden mit etwa 350.000,-- EUR beziffert.
Das Bayer. Landesamt für Denkmalpflege hebt besonders die historische Bedeutung dieses Gebäudes für den Ort Rieden und die ganze Region als ehemaliges Rathaus, Schule, Gefängnis mit Pranger und Gerichtsgebäude für die Zehnt Eichelberg hervor. Auch das ganze Ensemble aus Kirche, Dorfplatz, historischem Rathaus und Stangenbrunnen ist einmalig für die Region und besonders erhaltenswert.
Diese Punkte bewirken auch, dass mit besonderen Zuschüssen des Bayer. Landesamts für Denkmalpflege zu rechnen ist.
Das Historische Rathaus stammt aus dem Jahr 1686, wobei der Keller noch zu einem älteren Gebäude gehört haben dürfte. Im Instandsetzungskonzept von Helmut Feser ist eine Nutzung als Wohngebäude geplant.
Der Arbeitskreis einigt sich darauf ein detailliertes Nutzungskonzept für das Historische Rathaus zu erstellen, das eine Nutzung des Gebäudes für die Einwohner des Ortsteils Rieden als auch durch die Einwohner der Ortsteile Hausen und Erbshausen - Sulzwiesen vorsieht.
Dieses Nutzungskonzept soll der Gemeinde als Grundlage für einen Erwerb des Gebäudes dienen.
Top 2 - Welche Raumbedürfnisse bestehen in Rieden und in welchem Gebäude können diese verwirklicht werden ?
Im Gemeindeteil Rieden besitzt, bzw. trägt die politische Gemeinde die Baulast für 4, wenn das Historische Rathaus gekauft wird, für 5 Gebäude. Diese hohe Anzahl an zu unterhaltenden Gebäuden hat zur Folge, dass für jedes Gebäude bisher nur Mittel für die dringendsten Renovierungs- und Instandsetzungsarbeiten zur Verfügung stehen. Ein Effekt der vorgesehenen Nutzungsänderungen soll ein Straffen und eine Konzentration auf weniger Gebäude sein, so dass die Aufwendungen für den Unterhalt sinken, bzw. für die dann verbleibenden Gebäude erhöht werden können.
Der Arbeitskreis beschränkt sich dabei auf die 5 Gebäude, die er für eine gelungene Dorferneuerung als besonders wichtig ansieht.
1. Historisches Rathaus
Nutzungsmöglichkeiten:
- Multifunktionsraum
- Standesamt
- Archiv
- Museum
- Raum für Frühschoppen nach der Kirche / Treffpunkt mit Freigelände
Stangenbrunnen
- Dorfzentrum
- Raum für den Heimat und Kulturverein
- Wahllokal
2. Pfarrhaus
Eigentümer des Gebäudes ist die Kirchengemeinde. Die Baulast trägt die politische Gemeinde. Das Obergeschoß ist vermietet.
Nutzungsmöglichkeiten:
- Bücherei
- Krabbelgruppe
- Nutzung durch Pfarrgemeinde
- Vermietung von Wohnungen
- Freilichtbühne im Pfarrgarten
- Mittelpunkt öffentlicher Festivitäten
- Verkaufsraum für Bäckerei
3. Gemeindehaus
Das erste Obergeschoß des Gemeindehauses ist als Wohnung vermietet. Im Erdgeschoß befinden sich der Schulungsraum und die Toilettenräume für die Feuerwehr und das provisorisch untergebrachte Archiv der Gemeinde Rieden. Daneben wird es als Wahllokal genutzt.
Nach intensiver Diskussion kommt der Arbeitskreis zu dem Entschluß kein Nutzungskonzept für dieses Gebäude zu erstellen, sondern zu empfehlen dieses Gebäude wie bisher zu nutzen, zu verkaufen oder sogar abzureißen, wofür sich in einer Abstimmung alle Teilnehmer des Arbeitskreises aussprechen.
Es wird dabei von folgenden Überlegungen ausgegangen:
Das Gemeindehaus kann von allen Gebäuden nur mit den höchsten Renovierungs- und Instandsetzungskosten einer neuen Nutzung zugeführt werden. Sein historischer Wert für die Geschichte Riedens ist gering. Ein Abriss bietet die Chance einer Neugestaltung des Dorfplatzes im Bereich der Kirche und des Kriegerdenkmals. Im Falle eines Verkaufs an einen Privatmann besteht die Gefahr, dass ein Gebäude im Zentrum des Ortsbildes verwahrlost und somit das ganze Ortsbild schädigt.
4. Alter Kindergarten
Nutzungsmöglichkeiten:
- Frauenbund
5. Sportheim
Nutzungsmöglichkeiten:
- Seniorentreff
- Theaterbühne
Top 3 - Aktionsplan
Dorfbegehung des Arbeitskreises: Freitag, den 13.02.2004, 15.00 Uhr, Treffpunkt vor dem Gemeindehaus
Nächste Sitzung: Montag, den 15.03.2004, 19.30 Uhr, im Gemeindehaus in Rieden
Schriftführer
Peter Römert