Dorferneuerung Rieden Arbeitskreis II
Nutzung gemeindlicher Gebäude und Freiflächen
Protokoll vom: 15.03.2004
Beginn: 19.30 Uhr
Ende: 21.45 Uhr
Ort: Gemeindehaus in Rieden
Leiter: Oliver Rumpel
Anwesende:
Maria Kaiser, Edwin Köchel, Josef Feser, Gerhard Keller, Norbert Rumpel, Norbert Reuß, Peter Römert, Hans Georg Rüth, Willi Pfeuffer, Roland Heppt, Oliver Rumpel, Architekt Peichel,
Oliver Rumpel begrüßt die Teilnehmer und betont, dass es jetzt in die handfeste Planungsphase geht.
Diskussion über das historische Rathaus
Stand der Verhandlungen mit dem Eigentümer Helmut Feser
Bericht des Architekten Peichel über die aus dem Dorfplan erkennbare historische Struktur des Dorfes und welche Folgerungen daraus für die Dorferneuerung gezogen werden sollen.
Aktionsplan
Maria Kaiser berichtet von einem Treffen mit Herrn Dr. Martin Brandl, dem für den Landkreis Würzburg zuständigen Referenten der Abteilung Bau und Kunstdenkmalpflege im Bayer. Landesamt für Denkmalpflege, Schloß Seehof.
Danach ist das historische Rathaus in Rieden weiterhin ein Projekt des Bayer. Landesamtes für Denkmalpflege. Es handelt sich dabei um ein, aufgrund seiner Geschichte für den unterfränkischen Raum bedeutendes Baudenkmal, für das eine besondere Förderung aus den Mitteln der Denkmalpflege vorgesehen ist. Die Gelder stehen jetzt zur Verfügung, deshalb muss jetzt gehandelt werden.
Ein Abriss ist nicht möglich. Allerdings muss einem Privateigentümer die Sanierung wirtschaftlich zumutbar sein.
Von Teilnehmern werden die Befürchtungen von Seiten des Arbeitskreises 3 ( Gestaltung dörflicher Räume - Ortsbild - Verkehr ) und anderen Ortsbürgern vorgebracht, dass ein Großteil der Gelder der Dorferneuerung in die Sanierung des historischen Rathauses fließt, damit kein Geld mehr für andere Projekte vorhanden ist, und darüber hinaus andere Gebäude, die sich in einem besseren Zustand befinden verkauft werden.
Architekt Peichel führt dazu aus, dass die Gemeinde mit Ihren eigenen Gebäuden wie ein Privateigentümer behandelt wird und somit jedes Gebäude bis zu einer Höchstsumme bezuschusst wird. Beim historischen Rathaus kommen noch die Zuschüsse des Bayer. Landesamtes für Denkmalpflege hinzu.
Er weist darauf hin, dass der Platz mit dem Stangenbrunnen, das historische Rathaus und der Dorfplatz mit der Kirche eine historische gewachsene Einheit bilden. Sie sind das Prunkstück der Dorferneuerung.
Norbert Reuß gibt zu Bedenken, dass die Gemeinde mit dem Erwerb des historischen Rathauses in Rieden ein weiteres Gebäude mit erheblichen finanziellen Verpflichtungen erwirbt. Auch bei den übrigen Gebäuden in Gemeindehand stehen umfangreiche Sanierungen an, um eine weitere sinnvolle Nutzung zu gewährleisten.
Von Seiten des Arbeitskreises soll deshalb auch überlegt werden, ob es sinnvoll ist auf Gebäude zu verzichten. Die für den Ort Rieden notwendigen Räume für Vereine und Gruppen sollen auf weniger Gebäude konzentriert werden um die finanziellen Belastungen der Gemeinde zu verringern und die verbliebenen Gebäude in einem besseren Zustand zu erhalten.
Dabei soll vor allem darauf geachtet werden welches Gebäude aus städtebaulicher Sicht von seinem Standort und seinem Umfeld ortsbildprägend ist, welche sinnvolle und notwendige Nutzung möglich ist, ob es überhaupt noch benötigt wird oder ob es durch eine Umwidmung erhalten werden kann.
Es ist das Ziel der Gemeinde, dass nach dem Abschluss der Dorferneuerung alle gemeindlichen Gebäude in einem ordentlichen Zustand sind.
Norbert Reuß berichtet von dem Treffen mit Helmut Feser. Helmut Feser wurde deutlich erklärt, dass nur zum jetzigen Zeitpunkt im Rahmen der Dorferneuerung von Seiten der Gemeinde eine Absicht besteht das historische Rathaus zu erwerben. Dabei wurden die Vorstellungen des Gemeinderates erläutert. Bis spätestens Ende März 2004 wird ein Verkaufsangebot erwartet, da im April 2004 der Gemeinderat über den Kauf entscheiden wird.
Helmut Feser ist gewillt, das Gebäude zu verkaufen.
Aus der Dorfstruktur lässt sich klar ein fürstbischöfliches Dorf erkennen, das in einen bäuerlichen Bereich mit kleineren Hofstellen und einen herrschaftlichen Bereich mit großen Höfen getrennt ist.
Dabei weisen die Gebäude und Grundstücke im West- und Südteil des Dorfes keine erkennbare Anordnung auf. Im Osten des Dorfes ist der Hakenhof die bestimmende
Hofform.
Die Ortsdurchfahrt wird von Häusern des 19. Jhdts. geprägt, die aber durch neuere bauliche Eingriffe total überformt sind.
Das historische Dorfzentrum ist der Dorfplatz zwischen historischem Rathaus und dem Gemeindehaus. Für diesen Platz ist aus städtebaulicher Sicht das Gemeindehaus als Platzbegrenzung unbedingt notwendig. Ein Fehlen dieses Gebäudes würde ein sichtbares Loch in der Begrenzung des Dorfplatzes bewirken, das dem ganzen Platz schadet. Das Gemeindehaus soll aus seiner Sicht deshalb erhalten werden.
Sein Vorschlag an den Arbeitskreis ist es, das Gemeindehaus zu erhalten und Nutzungen von anderen Gebäuden, z.B. vom alten Kindergarten, auf das Gemeindehaus zu verlagern.
Die verschiedenen Nutzungen sollen auf Gebäude im Kernbereich des Dorfes, wie z.B. das Gemeindehaus, das alte Pfarrhaus und das historische Rathaus, konzentriert werden. Dies sichert den Erhalt der Gebäude durch dauerhafte Nutzung und macht den Dorfplatz wieder zu dem Bereich im Ort auf dem sich das dörfliche Leben abspielt.
Das historische Rathaus befindet sich in einem nicht sehr schönen Zustand und zu einer Sanierung gibt es kritische Stimmen. Mit Hilfe von Schautafeln soll der Bevölkerung gezeigt werden, was alles aus dem Gebäude gemacht werden kann, und welche historische Bedeutung das Gebäude für den Ort Rieden und die umliegenden Gemeinden hat. Ein passender Zeitpunkt dafür ist der Tag des offenen Denkmals am 12.09.2004.
Der Platz um den Stangenbrunnen befindet sich in einem schlimmen Zustand. Der Heimat und Kulturverein wird den Platz aufräumen.
Albert Keller spricht mit Harald Rottmann über eine mögliche Ablösung des Kellerrechts.
Nächste Sitzung: Mittwoch den 14.04.2004, 20:00 Uhr, im Gemeindehaus in Rieden.
Peter Römert
Schriftführer