Dorferneuerung Rieden Arbeitskreis II
Nutzung gemeindlicher Gebäude und Freiflächen
Protokoll vom: 25.04.2005
Beginn: 20.00 Uhr
Ende: 22.15 Uhr
Ort: Gemeindehaus in Rieden
Leiter: Oliver Rumpel
Anwesende: Maria Kaiser, Josef Kaiser, Edwin Köchel,Josef Feser,Gerhard Keller, Albert Keller, Harald Stark, Norbert Rumpel, Gustav Strobel, Gabi Strobel, Norbert Reuß, Peter Römert, Hans Georg Rüth, Willi Pfeuffer, Oliver Rumpel, Roland Heppt, Werner Kaiser, Gisela Königer, Werner Rath, Bernd Schraud, Ralf Veigel, Rita Schneider, Lydia Engert, Hans Dieter Sickinger, Architekt Peichl, Bürgermeister Winfried Strobel
Diskussion zwischen den Vertretern der politischen Gemeinde, den Vertretern der Vereine und denMitgliedern des Arbeitskreises über die Neustrukturierung der Öffentlichen Gebäude
Bürgermeister Winfried Strobel erläutert die Sicht der Gemeinde:
Neben der Schule, die als Schule und Kindergarten genutzt wird, befinden sich das Gemeindehaus und der alte Kindergarten im Eigentum der Gemeinde. Die Gemeinde trägt zudem die Baulast für das Pfarrhaus.
Für diese Gebäude werden neben den laufenden Unterhaltungskosten in naher Zukunft größere Ausgaben für Sanierungen anfallen.
Alle diese Gebäude im Eigentum der Gemeinde zu halten, zu unterhalten und zu sanieren ist nicht finanzierbar.
Desweiteren werden Überlegungen angestellt im Rahmen der Dorferneuerung das historische Rathaus in Rieden zu erwerben, mit Hilfe der Zuschüsse von Dorferneuerung und Denkmalpflege zu sanieren und einer Nutzung durch die Öffentlichkeit zuzuführen.
Der Gemeinderat hat in diesem Zusammenhang beschlossen ein Gutachten über die Statik des historischen Rathauses in Auftrag zu geben.
In einer Besprechung zwischen der politischen Gemeinde und dem bischöflichen Ordinariat in Würzburg hat sich das Ordinariat dahingehend geäußert, dass Rieden nie mehr eine Pfarrstelle erhalten wird. Das Ordinariat wird somit Ausgaben für das alte Pfarrhaus nicht mehr mitfinanzieren. Wenn die politische Gemeinde der Pfarrgemeinde zwei Räume für Ihre Aktivitäten zur Verfügung stellen und die Unterhaltskosten trägt, wäre das Ordinariat bereit, die Gemeinde aus der Baulast für das alte Pfarrhaus zu entlassen.
Wäre die Gemeinde bereit das alte Pfarrhaus zu erwerben, wäre ein Entgegenkommen hinsichtlich des Kaufpreises möglich.
Josef Feser stellt kurz sein Schreiben vom 23.04.2005 vor, das jedem Teilnehmer der Sitzung ausgehändigt wird.
Er führt aus, dass es aus städtebaulichen und historischen Gründen wünschenswert sei das Gemeindehaus zu erhalten. Veranstaltungen im Freien sollten auf den im Rahmen der Dorfgestaltung erneuerten Dorfplatz stattfinden. Seiner Meinung nach würde dies die Lärmemissionen für die Wohngebiete senken, den Durchgangsverkehr an der Hauptstraße nicht behindern und den Dorfplatz wieder seiner Bedeutung als Dorfmittelpunkt zuführen. Für die Infrastruktur stünden die Räumlichkeiten im historischen Rathaus und dem Gemeindehaus zur Verfügung.
Aus seiner Sicht hat die Dorferneuerung das Ziel, Fehlentwicklungen der Vergangenheit aufzuzeigen, wenn möglich zu korrigieren und neue Fehler durch vorausschauende Planung zu vermeiden.
Von den Vertretern der verschiedenen Vereine wird dazu Stellung genommen.
Hans Dieter Sickinger:
Da die Zuschüsse der Gemeinde für die Vereine immer geringer werden, müssen sich diese ihre finanziellen Mittel durch die Veranstaltung eigener Feste erwirtschaften. Diese daraus erwirtschafteten Geldmittel sind für das Überleben der Vereine unbedingt notwendig. Der Pfarrgarten ist für das Abhalten von Festen im Freien sehr gut geeignet. Der Dorfplatz ist kein Festplatz.
Albert Keller :
Die Proben des Musikvereins stellen keinen Lärm dar. Es ist vielmehr so, dass die Anwohner die Fenster öffnen, wenn der Musikverein probt, damit sie die Musik hören.
Die Vereinsaktivitäten finden bisher im alten Kindergarten, dem Pfarrhaus und dem Pfarrgarten statt. Im Gemeindehaus findet bisher keinerlei Aktivität statt.
Werner Rath :
Die Vereine haben sich in der letzten Vereinsringsitzung dahingehend geäußert, dass ein Festplatz für die abhaltenden Vereine und die Besucher attraktiv sein muss. Es gehört ein gewisses Ambiente, Begrünung und sanitäre und sonstige notwendigen Einrichtungen hinzu.
Besonders das starke Gefälle des Dorfplatzes macht das Ausrichten eines Festes dort schwierig.
Die Vereine hängen zur Zeit in der Luft. Angedachte Umbauten, bzw. Reparaturen an den Vereinsräumen unterbleiben, da die Mitglieder zu Recht sagen: Was sollen wir Geld und Arbeitskraft investieren, wenn wir nicht wissen, ob wir in 2, 3 Jahren noch in den Räumen sind. In den Vereinen geht nichts voran. Die Entscheidung über eine Dorferneuerung und das Gebäude, das dann den Vereinen zur Verfügung steht, sollte deshalb möglichst bald erfolgen.
Werner Kaiser :
In der Vereinsringsitzung wurde es allgemein als das Ziel der Gemeinde angesehen, die Kosten für die Sanierung und den laufenden Unterhalt der gemeindeeigenen Gebäude zu reduzieren.
Die Gemeinde soll deshalb entscheiden, wie sie mit dem Gemeindehaus und dem alten Kindergarten verfahren will.
Das Pfarrhaus soll erhalten und allen Vereinen zur Verfügung gestellt werden. Eigentümer soll wie bisher die katholische Pfründnerstiftung und die St. Odiliastiftung bleiben. Die Gemeinde soll die Baulast tragen. Mit den Vereinen sollen Nutzungsverträge abgeschlossen werden.
Der Pfarrgarten ist übersichtlich, alle notwendigen Einrichtungen sind vorhanden, bzw. können geschaffen werden und reicht platzmäßig für alle dörflichen Feste.
Der Dorfplatz ist zu groß für Feste und hat ein zu starkes Gefälle.
Natürlich ist es möglich den Ist - Stand und einen zukünftigen Wunsch – Soll - Stand von Pfarrgarten und Dorfplatz gegenüberzustellen und dann eine Entscheidung zu treffen.
Bürgermeister Winfried Strobel und Norbert Reuß äußern sich dazu wie folgt :
Es ist noch keine Entscheidung darüber gefallen, welches Gebäude für eine Nutzung herangezogen werden soll und was dann mit den anderen Gebäuden geschehen soll.
Bei der Entscheidung soll man allerdings unbedingt beachten, dass man in dem Gebäude auch größere Räumlichkeiten, zumindest einen großen Probenraum für den Musikverein, schaffen kann.
Das Gemeindehaus scheint dazu geeignet. Es ist bereits im Eigentum der Gemeinde. Sein alter Grundriß ist bekannt. Im Erdgeschoss ein großer Schulraum, im Obergeschoss die Lehrerwohnung. Eine Rückführung bzw. Veränderung der Raumgrößen ist ohne große statische Probleme möglich.
Durch die Nutzung des Gemeindehauses durch die Vereine werden alle dörflichen Aktivitäten im Zentrum des Dorfes gebündelt. Kirche, Gemeindehaus, Feuerwehrhaus und historisches Rathaus befinden sich zentral inmitten des Dorfes am Dorfplatz.
Das alte Pfarrhaus befindet sich nicht im Eigentum der Gemeinde. Sie müßte dieses erst käuflich erwerben. Es ist ein bäuerliches Wohnhaus aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Stützende Holzpfosten befinden sich in den Wänden. Es besteht somit das Problem größere Räume zu gewinnen.
Die Dorferneuerung bietet die Chance die Dorfstruktur mit Hilfe von Zuschüssen von Außen grundlegend zu erneuern, allerdings erfolgt dadurch auch eine Festlegung für die nächsten 100 Jahre. Man sollte deshalb auch bedenken wieviele Feste es in 15 oder 20 Jahren noch geben wird.
Ein Ziel der Dorferneuerung ist auch die Wiederbelebung des Dorfmittelpunkts. Dies ist wie bereits vorher ausgeführt in Rieden am Dorfplatz sehr gut möglich.
Es wäre wünschenswert, wenn Vereine und Arbeitskreis dem Gemeinderat eine Lösung vorschlagen würden.
Es wird nochmals ausdrücklich betont, dass das Geldsparen nicht das einzige und wichtigste Ziel der Gemeinde ist. Die Gemeinde Hausen besteht aus drei Ortsteilen. Die Gemeinde ist bestrebt in allen drei Ortsteilen gleiche Lebensgrundlagen zu schaffen.
Mit der Dorferneuerung und den damit zur Verfügung stehenden Mitteln ist die Chance gegeben Räumlichkeiten für alle Vereine auf dem neuesten technischen Stand zu schaffen.
Die Entscheidung über einen neuen Dorfmittelpunkt sollen in Rieden die Bürger und Vereine treffen.
Hans Dieter Sickinger entgegnet :
Die Entscheidung sollte sich an der Meinung der Mehrheit der Bürger orientieren, die sich aktiv am Gemeindeleben beteiligen.
Eine Entscheidung über deren Köpfe hinweg würde das gewachsene Vereinsleben zerstören.
Architekt Peichl betont :
Bei der ganzen Diskussion sollte man die objektive Sicht der Architekten und Dorfplaner von Außen nicht ganz außer Ansatz lassen. Allerdings will die Dorferneuerung die Vereine nicht in ein Korsett zwängen.
Der Arbeitskreis sollte deshalb den Raumbedarf der einzelnen Vereine feststellen und aufgrund der Grundrisse der einzelnen Gebäude feststellen welche Räume man in den einzelnen Gebäuden unterbringen kann.
Freiflächen für Aktivitäten im Freien müssten dabei unbedingt berücksichtigt werden.
Von den Vertretern der einzelnen Vereine werden folgende Raumwünsche angemeldet:
1 Raum für etwa 40 Personen,
1 Sozialraum
1 Abstellraum für Stühle und Instrumente von 20 qm Größe
der jetzige Raum ist ungefähr 9 x 7,5 qm groß
6 Ausbilder halten pro Woche 18 Übungsstunden für 54 Musikschüler
Sitzungen und Versammlungen werden im Sportheim abgehalten.
Der Frühschoppen wird im Sportheim abgehalten.
1 Sitzungsraum für 20 Personen
1 Verschließbarer Raum für Utensilien, Geschirr, kirchliche Gegenstände
1 Freifläche für Pfarrfest und Gottesdienst
Gewünscht wird hierfür der Pfarrgarten
Junges Theater Rieden, Bernd Schraud
Proben und Aufführungen finden im Sportheim statt.
Für Fundus und Requisiten ist ein Abstellraum mit Schränken notwendig
Notwendig ist ein Raum von etwa 30 qm mit einer Leseecke und wenigen Fenstern um Stellfläche für die Bücherregale zu gewinnen.
Heimat und Kulturverein Rieden, Josef Kaiser
Der Heimat und Kulturverein Rieden wird seine Aktivitäten auf das Historische Rathaus konzentrieren.
1 Raum
1 Multifunktionsraum für bis zu 40 Personen
1 Jugendraum
Nächste Sitzung:
Montag den 06.06.2005. 20 : 00 Uhr
Treffpunkt: Gemeindehaus in Rieden
Peter Römert
Schriftführer