Dorferneuerung Rieden Arbeitskreis 3
Gestaltung dörflicher Räume, Ortsbild & Straßenverkehr
8. Sitzung des Arbeitskreises
am 26. Mai 2004
Beginn: 20.00 Uhr Ende: 22.00 Uhr
Teilnehmer:
Annemarie Bausenwein, Maria Kaiser, Heribert Römert, Michael Leibold,
Andreas Müller, Ralf Liebl, Ralf Veigel
Ralf Liebl teilt mit, dass beim letzten Treffen der AK-Leiter vereinbart wurde, dass beim Pfarrfest am 04.07. die Arbeitskreise an Stellwänden ihre Arbeit vorstellen.
Nach kurzer Diskussion wird beschlossen, dass unserer Arbeitskreis auf der Ortskarte (besorgt Heribert), die von unserem Arbeitskreis festgelegten „Brennpunkte“ eingezeichnet werden sollen und kurz unsere Vorstellungen für eine Umgestaltung aufgezeigt werden sollen.
Gleichzeitig sollen die Besucher auf einem Fragebogen, die für sie fünf wichtigsten Maßnahmen ankreuzen, um so ein Stimmungsbild einer „breiteren“ Bevölkerungsschicht zu bekommen. Außerdem soll auf dem Fragebogen die Möglichkeit bestehen, kurz noch eigene mögliche Maßnahmen (an die der Arbeitksreis vielleicht nicht gedacht hat) anzuführen. Heribert arbeitet bis zur nächsten AK-Sitzung den Fragebogen aus und stellt einen Entwurf vor. Ralf Liebl gestaltet die Stellwand. Andreas Müller (von 14.00 bis 16.00 Uhr) und Ralf Veigel (von 16.00 bis 18.00 Uhr) werden beim Pfarrfest die Wand „betreuen“ und als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.
Im Anschluss daran wird über den AK-Stand diskutiert. Wir sind der Auffassung, dass wir eigentlich nun soweit sind, unsere Prioritätenliste zu erstellen, die dann nach Absprache mit den anderen AK`s an die Gemeinde bzw. die Planer weitergegeben wird. Grundlage ist dabei die von unserem Arbeitskreis bei der Sitzung am 21. Januar 2004 aufgestellte Maßnahmenliste. Auch an der Reihenfolge der Priorität hat sich nichts geändert. Lediglich Punkt 11 (Containerplatz) wurde an den Arbeitskreis II zur Bearbeitung abgegeben, der Punkt 14 (Spielplatz und Umgriff an der Mühlhäuser Straße) an den Arbeitskreis IV.
Unsere Prioritätenliste sieht demzufolge wie folgt aus:
1. Stangenbrunnen und dessen Umgriff
Die Gestaltung der Fläche unterhalb des historischen Rathauses mit dem Stangenbrunnen hat für uns oberste Priorität. Dabei wird vom Arbeitskreis die Fläche um den Stangenbrunnen, gemeinsam mit dem Historischen Rathaus und dem Kirchplatz als eine Einheit gesehen, d.h. eine Maßnahme durchzuführen ohne auch die anderen Maßnahmen in Angriff zu nehmen ist nach Ansicht des Arbeitskreis nicht möglich. Vorstellbar ist allerdings, diese Maßnahmen (Stangenbrunnen und Umgriff – Historisches Rathaus – Kirchplatz) in Bauabschnitte zu gliedern. Der Arbeitskreis vertritt ausdrücklich die Auffassung, dass die Dorferneuerung nur Sinn macht, wenn diese Maßnahmen in Angriff genommen werden.
Bei der Fläche am Stangenbrunnen sollte nach Auffassung des Arbeitskreises eine weitgehende Rückführung zu dem historischen Zustand erfolgen, d.h. die Steigung des Hanges sollte nicht durch bauliche Maßnahmen geändert werden; es sollte der fußläufige Durchgang von der Hauptstraße am Historischen Rathaus vorbei über den Kirchplatz zur Kirche wieder hergestellt werden, der Brunnen soll wieder mit einer Deichelpumpe entsprechend dem historischen Zustand ausgestattet werden. Der Platz soll behutsam, d.h. nur ein bis zwei Bäume, begrünt werden, die anliegenden Fassaden (Anwesen Liebl, Scheune Rottmann) sollten begrünt werden.
Der Brunnen war im historischen Zustand wohl überdacht; der Arbeitskreis ist der Meinung, dass eine Überdachung des Brunnens nicht erfolgen sollte, weil dies den relativ kleinen Platz optisch noch weiter verkleinern würde. Der Planer hält hier eine Überdachung für sinnvoll, weil früher eine Überdachung vorhanden war. Als Gegenargument ist allerdings anzuführen, dass früher der Platz auch andere Ausdehnungen hatte (Neubau Anwesen Liebl!)
Wichtig ist für den Arbeitskreis auch, dass am Platz Sitzgelegenheiten entstehen (evtl. an der Mauer zum Historischen Rathaus.
Grundlage für die weiteren Planungen sollte der von Architekt Peichl bereits vor 1 ½ Jahren vorgelegte Plan zur Umgestaltung des Platzes am Stangenbrunnen sein.
2. Kirchplatz
Der Kirchplatz wirkt in seinem derzeitigen Zustand unstrukturiert, weitläufig und leer. Auch hat der Platz für sich keinerlei Zweck.
Nach Auffassung des Arbeitskreises sollte der Kirchplatz zum zentralen Dorfplatz und –mittelpunkt werden. Am Kirchplatz könnten dann in Verbindung mit dem historischen Rathaus, dem Feuerwehr- oder Gemeindehaus, verschiedene Veranstaltungen und Feste stattfinden.
Dabei sollte der Platz insgesamt behutsam in seinen historischen Zustand zurückgeführt werden, d.h. Entfernung des Asphaltes auf ein absolut notwendiges Maß. Wiederherstellung des Fußweges hoch zur Kirche. Optische Strukturierung des Platzes durch sinnvolle Bepflanzung mit Bäumen. Die Betonmauer zur Straße am Pranger sollte beseitigt, die am Anwesen Müller begrünt werden. Die teilweise sehr hohen Bordsteine sollten abgesenkt, die Zufahrten zu den Höfen umgestaltet werden.
Der Platz sollte abwechslungsreich begrünt werden (auch Blumen). Ein besonderes Anliegen ist dabei der alte Schulgarten; hier sollte der Maschendrahtzaun durch einen Holzzaun ersetzt und der Garten als Bauerngarten wieder hergestellt werden.
Ein Abriss des Gemeindehauses kommt für den Dorfplaner nicht in Frage, da dieses den Platz begrenzt und an dieser Stelle schon „immer“ ein Haus stand. Diese Auffassung wird durch alte Fotografien gestützt. Hier wäre zweifellos interessant festzustellen, wie das Gemeindehaus eigentlich aussieht, wenn man all die Bausünden den letzten 40 Jahre entfernen würde.
Beim Kirchplatz erscheint es dem Arbeitskreis wichtig, dass die Anlieger in die Umgestaltung mit ihren Anwesen sich einbeziehen lassen z.B. durch Fassadenbegrünungen; evtl. Umgestaltung von Fassaden und Fensterfronten etc.).
3. Ortsdurchfahrt (Hauptstraße)
Die Ortsdurchfahrt ist das Aushängeschild des Dorfes; ein Fremder, der Rieden durchfährt, wird sich an die Eindrücke, die die Hauptstraße hinterlässt erinnern (oder diese möglichst schnell vergessen).
An den Ortseingängen sollten so der Arbeitskreis Verkehrsinseln geschaffen werden um den KFZ-Fahrer zu signalisieren, hier beginnt die Ortschaft, runter vom Gas. Gegen dem Straßenverkehrsamt sind solche Verkehrsinseln nicht leicht durchzusetzen, da sie angeblich das Unfallrisiko erhöhen (!!!).
Der Dorfplaner ist ebenfalls der Auffassung, dass Verkehrsinseln nur sehr bedingt den Verkehr wirklich abbremsen; außerdem seien solche Inseln nicht „dorfgemäß“; seiner Auffassung wäre eine optische Verengung an den Ortseinfahrten z.B. durch Baumpflanzungen sinnvoller. Hier besteht noch Klärungsbedarf – es ist dem Arbeitskreis allerdings ein großes Anliegen, das Hinein- und Hinausrasen aus dem Dorf zu erschweren.
Der Hang unterhalb des Rosenweges wird als wenig attraktiv empfunden. Ein ca. 1 mtr. breiter Streifen neben dem Gehsteig zu den Grundstücken hin ist in Gemeindeeigentum. Mit den Anwohnern gemeinsam sollte ein Konzept erarbeitet werden, dass als Ziel eine einheitliche Gestaltung hat.
Die Raiffeisenstraße (als Nebenstraße zur Hauptstraße) ist lediglich für das dort befindliche landwirtschaftliche Anwesen als befahrbarer Weg von Bedeutung. Allerdings wird die Raiffeisenstraße als Fußweg von Kindern der Neubausiedlung zur Bushaltestelle genutzt.
Ein Herrichten der Raiffeisenstraße als ordentliche Nebenstraße dürfte nicht durchsetzbar sein (Anwohnerbeiträge!!) und erscheint auch nicht notwendig. Es sollte daher die Raiffeisenstraße, soweit sie nicht bereits versiegelt ist, lediglich geschottert werden, um diese als innerörtlichen Fußweg zu erhalten.
Hinsichtlich des asphaltierten Teiles zur Hauptstraße sollte die Raiffeisenstraße so gestaltet werden, dass möglichst wenig Versiegelung erforderlich ist.
Am Bereich der Parkplätze (ab Einmündung Mühlhäuser Straße bis zum Kirchenranger weitet sich der vorher relativ enge Straßenraum sehr weit auf. Um hier eine optische Verengung zu erreichen, sollten bei Erhalt der vorhandenen Parkplätze auf der nördlichen Straßenseite Bäume gepflanzt werden.
Am Anwesen Rottmann weitet sich der Straßenraum erneut auf, so dass nach Auffassung des AK auch hier durch Bäume eine optische Verengung erfolgten sollte.
Die Straßenbeleuchtung sollte verändert werden; die Peitschenleuchten entsprechen in keiner Weise dem dörflichen Charakter und sollten daher durch eine einheitliche andere, dem Ortsbild entsprechende Leuchte ersetzt werden.
Entlang der gesamten Ortsdurchfahrt gilt, dass Privateigentümer Fassadenbegrünungen durchführen sollten; evtl. eine Neugestaltung von Hoftoren und Hofzufahrten durchgeführt werden sollte und dass bei Neugestaltung von Häusern, Höfen und Fassaden dies nur in Absprache mit den Dorfplanern erfolgen sollte.
4. Dorfplatz (Dorfmitte)
Am sog. Dorfplatz (Umgriff um den alten Kindergarten) sollte das Buswartehäuschen abgerissen und durch ein dem Dorf angemessenes Wartehäuschen auf der Höhe des Nebengebäudes des Anwesens Blesch ersetzt werden. Die Bruchsteinmauer des Gartens vom alten Kindergarten sollte ausgebessert werden und zusammen mit dem Garten in ihrer ursprünglichen Form wieder hergestellt werden. Der Platz sollte weitgehend entsiegelt werden und durch entsprechende Pflanzmaßnahmen optisch verengt werden, da er seine Aufgaben als Dorfplatz verlieren wird.
5. Zufahrt Kirchbergstraße Ost
Der AK hält die vorhandene Waschbetontreppe für entbehrlich; sie sollte ersatzlos wegfallen. Der Planer weist allerdings darauf hin, dass man im Dorf vorhandene fußläufige Erschließungen nicht ohne Not aufgeben sollte.
Die Betonmauer zur Hauptstrasse sollte mit Bruchsteinen verkleidet werden. Der Platz sollte durch ein zwei Bäume aufgewertet werden; Die Ecke zur Hauptstraße sollte entschärft und der Gehsteig an der Hauptstraße an dieser Stelle verbreitet werden
6. Platz an der Raiffeisenbank
Die Grünfläche an der Raiffeisenbank sollte umgestaltet werden; Wegenehmen der Hecke, stattdessen ein oder mehrere Hochstämme; sinnvoll könnte hier auch ein gestaltetes Blumenbeet sein.
Die Bushaltesituation an der Raiffeisenbank ist unbefriedigend; das Wartehäuschen ist eine gestalterische Katastrophe; der Straßenraum wirkt sehr breit; steht allerdings längere Zeit ein Bus, dann stellt dieser ein echtes Hindernis dar.
Auf beiden Straßenseiten sollten daher kleinere Buchten geschaffen werden, so dass die Busse nur noch teilweise während der Standzeiten in den Straßenraum hineinragen. Auf Seiten der Raiffeisenbank sollte diese Bucht direkt vor der Schreinerei Stark geschaffen werden (durch Wegnahme des Pseudogrünstreifens). Auf Höhe der Waage sollte auf der anderen Straßenseite Gleiches erfolgen. Auf Seiten des Anwesens Römert sollte eine möglichst großzügige und weitgehende Flächenentsiegelung mit Begrünung erfolgen.
Ziel sollte sein zum einen die Situation mit wartenden Bussen zu entschärfen und andererseits den Straßenraum optisch zu verengen.
7. Ödelesplatz
Der sog. Ödelesplatz sollte weiter entsiegelt werden und Begrünungsmaßnahmen durchgeführt werden.
8. Waaghaus, Einfahrt Lindenstraße, Bach
Das alte Waaghaus beim Anwesen Kaiser sollte erhalten bleiben, die Betonrinne des Baches entsiegelt werden und Begrünungsmaßnahmen „aus dem Bach heraus“ erfolgen. Das Brückengeländer sollte erneuert werden. Alternativ sollte eine Bachverrohrung an dieser Stelle untersucht werden. Der Platz soll weitgehend begrünt werden; Parkraum soll hier ausdrücklich nicht geschaffen werden.
Die Lindenstraße sollte gepflastert werden, wobei die Gehsteige entfallen sollten um evtl. noch kleinere Grünstreifen zu ermöglichen.
9. Friedhof
Die vorhandenen Nadelbäume stören das Gesamtbild; die Wege senken sich teilweise; es fehlt an einem Grünordnungskonzept.
Nach Auffassung des AK sollte gemeinsam mit dem Grünplaner ein Grünordnungskonzept erstellt werden, wobei insbesondere darauf zu achten wäre, dass möglichst wenig Flächen versiegelt werden (z.B. nur Hauptwege pflastern), dass evtl. die Möglichkeit von Urnengräbern geschaffen wird. und dass insbesondere die Abgrenzung nach Westen verbessert wird.
10. Umgriff Stockbrunnen
Das Umfeld um den Stockbrunnen wird als äußerst unattraktiv empfunden. Ähnliche Äußerungen waren auch von den Jurymitgliedern des Brunnenwettbewerbes zu hören. Als besonders störend wird die vorhandene Blechgarage sowie das ehemalige Maissilo empfunden.
In enger Zusammenarbeit mit den Eigentümer sollte versucht werden, zu einer Aufwertung des Platzes zu finden. Wieweit werden die Anlagen noch gebraucht? Könnten gestalterische Maßnahmen etwas verbessern? etc.
Auch hier scheint wichtig, dass die Gartenanlagen ein einheitliches Bild bekommen, da vom Stockbrunnen aus der Blick unweigerlich auch in Richtung der Gärten fällt.
11. Containerplatz
abgegeben an AK 1
12. Essleber Thor
Die Straße „Am Essleber Thor“ hat letztlich, wie die Raiffeisenstraße, keine große Bedeutung. Allerdings liegt sie bereits im Altort. Der AK ist daher der Auffassung, dass die Straße gepflastert werden sollte; evtl. mit einer mittig liegenden Rinne unter Erhalt von möglichst viel Grün rechts und links des Weges.
Auch die Zufahrt zum Pfarrgarten (gegenüber dem Esslebener Thor sollte gepflastert werde, allerdings nur bis unterhalb des Gartens von Peter Feser. Nachgedacht werden muss in diesem Zusammenhang auch über die Bachbrücke sowie über die Gartenanlagen am südlichen Dorfrand, die der Dorfplaner als Schatz für Rieden bezeichnet.
13. Judengasse
Am sog. Judengässchen (nur Fußweg) sollte der vorhandene Plattenbelag ausgebessert bzw. wieder hergestellt werden. Ansonsten sollte möglichst viel Grün am Wegrand bleiben bzw. entstehen.
14. Freifläche Mühlhäuser Straße/Spielplatz
abgegeben an AK 4
15. Römertsplatz
Die Fläche zwischen dem Anwesen Römert und dem Fußweg von der Hauptstraße zum Seeweg ist in Privatbesitz. Nach Meinung des Arbeitskreises sollte versucht werden, die Fläche in Gemeindehand zu bekommen und eine behutsame Umgestaltung durchzuführen. Insbesondere könnte die Grünfläche mit einigen Hochstämmen bepflanzt und mit einer Sitzbank versehen werden.
Die Prioritätenliste soll bei der nächsten oder übernächsten Sitzung des AK nochmals diskutiert werden, bevor sie endgültig weitergebeben wird.
Nächstes Treffen des Arbeitskreise am:
25.06.2004 um
17.00 Uhr am Gemeindehaus zur Ortsbegehung mit dem Grünplaner
anschließend Sitzung des
Arbeitskreises.
07.06.2004 / Ralf Veigel