Dorferneuerung Rieden Arbeitskreis 3
Gestaltung dörflicher Räume, Ortsbild & Straßenverkehr
Dorfbegehung mit Planer und Grünplaner
am 25. Juni 2004
Beginn: 17.00 Uhr Ende: 21.50 Uhr
Teilnehmer:
Ralf Liebl, Maria Kaiser, Andreas Müller, Jutta Keller, Irene Pfister,
Angelika Hanft, Annemarie Bausewein, Heribert Römert, Ralf Veigel, Herr Peichl,
Herr Dietz
Friedhof:
Architekt und Grünplaner sind der Auffassung, dass das Charakteristische des Friedhofes die große Grünfläche im Zentrum sei. Die großen Eichen sollten auf alle Fälle erhalten werden; Obstbäume hätten in einem Friedhof allerdings nichts zu suchen. Ansonsten sollten Bäume nur geopfert werden, wo sie tatsächlich Gräber beschädigen. Die überdimensionierten Hecken sollten durch ein einheimische Gehölzhecke (z.B. Kornelkirsche) ersetzt werden.
Insgesamt sollte aber nicht auf Hecken verzichtet werden, weil diese die Bereiche mit Gräbern begrenzen. Das Problem, dass sich bereits jetzt stellt: wie kann der Friedhof erweitert werden ohne dass die zentrale Grünfläche verwendet wird. Hier wäre z.B. zu überlegen, ob die Fläche direkt an der Kirche nicht als zusätzliches Gräberfeld genutzt werden kann, wobei man auch an eine Lösung denken könnte; Grabsteine in einer Rasenlandschaft ohne Abgrenzung der einzelnen Grabstellen.
Außerdem sollte in diesem Zusammenhang an die Möglichkeit von Urnengräbern gedacht werden, wobei der Grünplaner keine Urnenwand, sondern ebenfalls an Grabstellen in einer Rasenlandschaft denkt (= Urnenerdbestattung)
Die Hauptwege hält der Grünplaner für so schlecht nicht. Das Problem der Setzungen ist nie endgültig zu lösen, s.E. müsste hier lediglich unterfüttert werden, so dass die schlimmsten Vertiefungen beseitigt sind. Die Plattenwege um die Gräber hält der Grünplaner ebenfalls nicht für so schlecht, dass man sie um jeden Preis ersetzen müsste. Zweifellos sehe feiner Schotter durchaus gut aus; allerdings ist der Pflegaufwand, so der Grünplaner, erheblich höher.
Die Anregung von Irene Pfister, dass am Rande der zentralen Grünfläche, unter den beiden Eichen eine Bank stehen müsste, wurde sofort in die Tat umgesetzt.
Wichtig wäre die Friedhofsmauer auszubessern und wenn möglich, die lieblosen Friedhofstore auszutauschen.
Freifläche an der Mühlhäuser Straße:
Architekt und Grünplaner sind beide der Meinung, dass sich hier nicht allzu viel verändern sollte; dies ist eine dörfliche Freifläche, die durch den eindrucksvollen Nussbaum dominiert wird. Evtl. könnte man an der Spitze (Einmündung Raiffeisenstraße) noch ein zwei niedrige heimische Gehölze anpflanzen. Um das Parken auf der Grünfläche zu verhindern wäre es sinnvoll, entlang der Mühlhäuser Straße in Höhe der Grünfläche noch zwei oder drei Längsparkmöglichkeiten für PKWs einrichten, die allerdings keinen Teil der Grünfläche „verbrauchen“ sollten.
Platz an der Raiffeisenbank und Ortseinfahrt:
An der Ortseinfahrt halten Planer und Grünplaner eine optische Verengung durch eine Baumreihe für sinnvoll. Entlang des Hanges der Anlieger des Rosenweges könnte der Gehsteig eventuell um einen Meter zu den Grundstücken hin verlegt werden, so dass anstelle des bisherigen Gehsteiges eine Pflanzreihe mit Bäumen entstehen könnte.
Nachgedacht werden muss über die Grünfläche an der Raiffeisenbank; hier wäre, so Architekt und Grünplaner eine Bepflanzung mit ein, zwei hochstämmigen Bäumen sinnvoll.
Der Gedanke an der Raiffeisenbank für die Busse eine Haltebucht einzurichten werden durchaus positiv gesehen, allerdings wäre dann nach der Raiffeisenstraße nochmals ein hochstämmiger Baum sinnvoll. Gleichzeitig muss über die Dorfbeleuchtung nachgedacht werden, so die Fachleute, da die Peitschenlampen nicht in ein dörfliches Umfeld passen.
Bereich Essleber Thor und Zufahrt zum Pfarrgarten:
Die Straße am Essleber Thor sollte möglichst wenig verändert werden; lediglich der vorhandene Straßenbelag müsste geändert werden; dabei sollte versucht werden einen einheitlichen Belag für alle Nebenstraßen im Bereich des Altortes (soweit Sanierungen stattfinden) zu finden. Für Architekt und Grünplaner ist der Bereich „Essleber Thor“ ein charakteristisches Beispiel für dörfliche Gestaltung.
Auffahrt Kirchberg Ost:
Die Mauer zur Hauptstraße sollte mit Natursteinen verblendet werden. Bepflanzung zurückhaltend; an der Spitze eventuell ein Baum. Nachgedacht werden sollte über eine Einbahnstraßenregelung, um den schmalen Gehsteig an der Hauptstraße entschärfen zu können.
Bereich Stangenbrunnen / Historisches Rathaus:
Hier sind die Planungen weit vorangeschritten und bekannt. Architekt und Grünplaner halten eine Dorferneuerung ohne Historisches Rathaus für unmöglich.
Der alte Plattenweg sollte wiederhergestellt bzw. ausgebessert werden; ansonsten Fassadenbe-grünungsmaßnahmen.
Unbebautes Grundstück beim Anwesen Rottmann:
Das Grundstück ist in Privatbesitz; Dorf- und Grünplaner sind der Ansicht, dass dieses Grundstück dringend bebaut gehört, da der derzeitige Zustand unbefriedigend ist. Ähnliches gilt im übrigen auch für viele Hoftor- und Hofeinfahrtssituationen.
Bach am Waaghaus:
Der Grünplaner hält die Lösung, den Bach zwischen Brücke Lindenstraße und Brücke Hauptstraße „zuzumachen“ für einen guten Ansatz, da wegen der Enge des Platzes eine andere Lösung schwierig ist; allerdings wäre eine Begrünung „aus dem Bach heraus“ auch nicht unmöglich.
Gartenanlagen am südlichen Ortsrand:
Die Anlage halten Planer und Grünplaner für dorftypisch; es sollte darauf hingearbeitet werden, dass die Gärten als Schrebergärten erhalten bleiben und nicht zu „Wochenendgrundstücken“ verkommen. Die Gärten sollten eine einheitliche Umzäunung erhalten; Gerätehäuser sollten sich größenmäßig an die Situation anpassen (d.h. Gerätehäuser keine Gartenhäuser).
Kirchplatz:
Dorf- und Grünplaner sehen die vom AK erarbeiteten Gedanken und Vorschlägen als gute Arbeitsgrundlage für ihre spätere Tätigkeit. Wichtig ist beiden jedoch, dass der Platz optisch verkleinert wird und dass das Gemeindehaus nicht abgerissen wird.
Sonstiges:
Im Anschluss an die Ortsbegehung wurde noch kurz festgelegt, dass die Stellwand beim Pfarrfest
In der Zeit von 11 – 13.00 Uhr von Heribert Römert
13 – 15.00 Uhr von Andreas Müller
15 – 17.00 Uhr von Ralf Veigel
betreut wird.
Ein Termin für die nächste Sitzung wird nicht festgelegt, da vorher noch eine Arbeitskreisleitersitzung mit Herrn Wimmer von der DLE stattfinden soll (voraussichtlich Ende Juli).
Am 09.07. wird eine Exkursion nach Dingolshausen stattfinden; dabei geht es insbesondere um Maßnahmen, die im Rahmen der Dorferneuerung durch Privatleute durchgeführt wurden. Bei entsprechender Teilnehmerzahl fährt ein von der Gemeinde gesponserter Bus.
04.07.2004 / Ralf Veigel
(Anm.: Das Protokoll über die Dorfbegehung ist nur ein kleiner Teil dessen, was wirklich besprochen wurde, da bei einer Dorfbegehung viele Quergespräche laufen. Im großen und ganzen werden aber die vom AK erarbeiteten Maßnahmen von Dorfplaner und Grünplaner ebenfalls als vordringlich gesehen).