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Das "alte Rathaus" in
Rieden |
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Die Planungsphase der Dorferneuerung in Rieden geht ihrem Ende entgegen. Ganz oben auf der Liste der Planer steht ein historisches Gebäude, das sogenannte "alte Rathaus". Es steht mitten im Ort bei Kirche, Feuerwehrhaus und alter Schule und scheint zu verfallen. In Wahrheit ringen die Dorfbewohner um den Erhalt des historischen Hauses. Ein wesentliches Wort über die weitere Entwicklung hat die Gemeinde Hausen zu sagen. Das historische Rathaus befindet sich nämlich noch in Privatbesitz und die Gemeinde müsste das Gebäude erwerben. Dabei geht es den Räten nicht um den Kaufpreis. Sie fürchten die Folgekosten und hohe Auflagen der Behörden. Aber ohne ein Konzept für die Instandsetzung und Nutzung des alten Rathauses macht die ganze Dorferneuerung keinen Sinn. Schließlich soll gerade der Dorfmittelpunkt ein neues Gesicht erhalten. Spätestens seit Gründung des örtlichen Heimat- und Kulturvereins im Jahr 1996 ist die Bedeutung des alten Rathauses allen Einwohnern und dem historisch interessierten Umfeld bekannt. Im Auslöseschreiben des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege aus dem Jahr 1999 wurde es offiziell dokumentiert. "Es handelt es sich um eines der letzten historischen Profangebäude des Ortes", heißt es dort. Der Fachwerkbau wird auf das Jahr 1685 datiert, gilt als typisch fränkisches Dorf-Rathaus, ortsbildprägendes Kulturdenkmal und wichtiges Geschichtszeugnis mit hohem Aussagewert. Das Haus war bis 1731 Sitz des seit 1572 bezeugten Centgerichts Eichelberg. Zu diesem Centgericht gehörten die umliegenden Orte Mühlhausen, Essleben, Opferbaum, Bergtheim, Oberpleichfeld, Hausen, Ershausen, Sulzwiesen, Unterhag und Jobstahl. Für all diese Orte ist das Gebäude somit ein Zeitzeuge eigener Geschichte. Und zudem ist es ein wunderschön gebautes Renaissance-Haus. |
Seit 1965 steht das Gebäude leer. Damals wurde aufgrund des Baus der neuen Schule für die Gemeinde im ehemaligen Schulgebäude Platz frei. Bei der Gemeindegebietsreform 1978 kam Rieden zur Gemeinde Hausen und das alte Rathaus wurde 1980 zur privaten Nutzung an den Riedener Architekten Helmuth Feser verkauft. Es gab die Auflage, den Bestand zu erhalten und das Haus vor Abriss und Verfall zu bew!ahren. Die Auflage hat Herr Feser erfüllt, er hat für die Erhaltung "einiges investiert" und Untersuchungen und Berechnungen durchgeführt. Inzwischen ist er jedoch nach Oberfranken gezogen und bietet seinen historischen Besitz in Rieden der Gemeinde zum Rückkauf an. Vor wenigen Wochen ist eine Delegation aus dem Gemeinderat zum Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege nach Bamberg gereist. Die Räte wollten klären, welche Kosten bei einer Instandsetzung zu erwarten seien und welche Fördermöglichkeiten es gibt. Als ungefähre Orientierungsgröße zur Instandsetzung gilt eine Kostenberechnung in Höhe von 370.000 Euro, die Eigentümer Feser vorgelegt hat. Für die Gemeinde kämen Rückkauf und Aufwendungsentschädigung hinzu. Insgesamt stehen wohl eine halbe Million Euro zur Debatte. Gerade im Zuge der Dorferneuerung können diese Beträge unter Ausnutzung aller Zuschussmöglichkeiten jedoch abgedeckt werden. Neben den Fördergeldern der Direktion für Ländliche Entwicklung kommen Mittel aus dem Entschädigungsfond des Landes, der Bayerische Landesstiftung, dem Bezirk und Landkreis in Betracht; Genaue Zahlen werden allerdings nicht genannt. Zunächst muss das Nutzungskonzept stehen. Die Riedener denken an einen multikulturellen Dorftreff mit Raum für wechselnde Ausstellungen, Vorträge und Konzerte, Archiv, Heimatausstellung und Standesamt und planen einen zentralen Platz für den Heimat- und Kulturverein und kirchliche Gruppierungen. Der stellvertretende Bürgermeister Reuß kann nachvollziehen, dass seine Ratskollegen bezüglich des alten Rathauses Bedenken haben. Einerseits machen die Folgekosten Sorgen, andererseits befinden sich derzeit Schule, Pfarrhaus; Gemeindehaus und alter Kindergarten in Gemeindehand und müssen in Stand gehalten werden. In Zeiten knapper Kassen ringt der Rat um Lösungen. Wir haben im Zuge der Dorferneuerung die einzigartige Chance, das Gebäude wieder auferstehen zu lassen und sinnvoll zu nutzen", meint Reuß. Mit Unterstützung der Zuschussgeber seien die Kosten überschaubar und zu bewältigen. |
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