Dorferneuerung Rieden
Maßnahmenkatalog liegt vor

Artikel in der Dorfzeitung Nr. 17 vom 1.9.2005

Im Rahmen der Dorferneuerung in Rieden wird für historische Rathaus ein Nutzungskonzept entwickelt. Das Gebäude wurde 1686 als Versammlungsstätte der Dorfgemeinschaft gebaut und war wie seine Vorgängerbauten bis 1731 Sitz des Centgerichts Eichelberg.

 

Seit dem Spätjahr 2003 plant der Hausener Ortsteil Rieden in Zusammenarbeit mit der Direktion für Ländliche Entwicklung (DLE) eine Dorferneuerung. Bevölkerung und Gemein­derat haben ihre Hausaufgaben gemacht: Mitglieder der Dorfgemeinschaft haben Seminare besucht, Arbeitskreise ge­bildet, viele Sitzungen abgehalten und sich zum Jahresende

2004 auf einen Prioritäten-Katalog geeinigt. Alle Verantwortlichen, ob Projektleiter Manfred Wimmer von der DLE, Planungsarchitekt Wolfgang Peichl oder Grünordnungsplaner Valtin Dietz zeigten sich stets begeistert vom Engagement der Riedener. Nachdem aber die für Frühjahr

2005 vorgesehene Anordnung der Dorferneuerung ausblieb, kam mancherorts Unmut und Unverständnis auf. Ohne Anordnung darf keine Maßnahme in Angriff genommen werden. Nicht einmal gespendete Bäume für den gewünschten Gänseweiher können gepflanzt oder Gutachten konkret in Auftrag gegeben werden.

Bei einer Infoveranstaltung zum Stand der Dorferneuerung bat Projektleiter Wimmer um Verständnis.

 „Dass die Anordnung der Dorferneuerung noch nicht da ist, liegt nicht an den Riedenern,

sondern an der Arbeitsüberlastung und an geänderten Richtlinien bei uns im Amt. Ich bin zuversichtlich, dass sie zum Ende des Jahres erteilt werden kann. Ihre Mühe war nicht umsonst", so Wimmer.

 

Der Maßnahmekatalog für die Dorferneuerung umfasst 27 Punkte. Als grobe Faustzahl hat die DLE dafür vier Millionen Euro an Kosten ermittelt. An erster Stelle steht die Anlage eines „Gänseweihers", der Schlagworte wie Geschichte, Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft, Ortsabrundung, Naturschutz und Freizeitgestaltung bündelt. An zweiter Stelle haben die Riedener die Sanierung ihres historischen Rathauses gesetzt. Dieser Punkt ist im Dorf, besonders aber in den Ortsteilen Hausen und Erbshausen-Sulzwiesen umstritten. Schließlich besitzt die Gemeinde in Rieden mehrere Gebäude und müsse nicht zusätzlich ein Haus aus Privathand ankaufen.

 

„Manchmal geht es eben nicht nur um finanzielle Aspekte. Wir sind unserer Geschichte verpflichtet. Kein Gebäude in der Region hat eine größere baugeschichtliche, kulturgeschichtliche und historische Bedeutung als dieses Haus", vertrat Architekt Peichl die Ansicht aller maßgeblicher Behörden und vieler geschichtsbewusster Bewohner. Wie zu seiner Bauzeit im 17. Jahrhundert solle das Haus mit dem Gewölbekeller eine vielfältige Versammlungsstätte werden. Für die Instandsetzung des historischen Rathauses stehen erhebliche Zuschüsse in Aussicht, die nach Meinung vieler Riedener genutzt werden sollten. Andere Wünsche werden noch warten müssen. Dazu gehören die Umgestaltungen des Geländes um den Stangenbrunnen und des Kirchplatzes. Auch Fahrradwege und ein Dorfladen stehen im Maßnahmenkatalog an vorderen Stellen.

 

Ein „dickes Lob an die Arbeitskreise" sprach Bürgermeister Winfried Strobel aus. Weil „spätestens 2007" Wasserleitungen im Dorf ausgetauscht und Straßendecken aufgerissen werden müssen, bat Strobel um Verständnis, dass im Zuge dieser Maßnahme der Punkt „Gestaltung der Ortsstraßen" in den Vordergrund rücken müsse. „Wir führen derzeit Finanzierungsgespräche und möchten bei der Kanalsanierung die angedachten Neuordnungen der Ortsstraßen durchführen", warb Strobel.

 

„Dann warten wir halt noch ein wenig auf die Anordnung und die Erfüllung mancher Wünsche", meinten die Riedener am Ende der Informationsveranstaltung achselzuckend.